Die Fortbildung des SNOWSport Team Aachen ging dieses Jahr wieder nach Celerina, einen kleinen malerischen Vorort von St. Moritz im Kanton Graubünden in der Schweiz.

Die Abfahrt war um 20:00 Uhr und schon gegen 8:00 Uhr waren wir bereits in Celerina angekommen. Nach kurzem Einrichten der Zimmer und einem kleinen Frühstück ging es direkt auf die perfekt präparierten Pisten. Das Wetter begrüßte uns mit einem Blue Bird vom allerfeinsten. Unsere Gruppe von über 70 Teilnehmern wurde in Kleingruppen nach „Gleitsportgerät“ aufgeteilt, so konnten alle Ski- und Snowboardfahrer ihre Ausbilder kennenlernen. Nach der langen Sommerpause ging es am ersten Tag darum, sich wieder einzufahren und untereinander kennenzulernen. Bei den Abfahrten sollten wir Teilnehmer aber auch schon auf die Fahrweise der Gruppe achten und es wurden die ersten Begriffe zur Fahrtechnik erklärt. So konnte man in einer lockeren Atmosphäre einen Einblick bekommen, was einen die nächsten Tage und eventuell auch auf der Ausbildung im Januar erwarten würde. Abends versuchten wir in mehreren Kennlernspielen ein bisschen was über die anderen zu erfahren, was bei einer so großen Gruppe schon eine Herausforderung darstellte.

Am zweiten Tag wurden wir, unseren Anforderungen entsprechend, aufgeteilt, je nachdem ob man schon eine Ausbildung absolviert hat, oder diese im Januar noch machen will. Bei den Übungen wurde der Fokus vor allem auf Fahrtechnik gelegt. Unter anderem wurden das Fahren mit maximaler Kontrolle und höchster Steuerqualität, im Vergleich zu gerutschten Kurven mit minderer Steuerqualität behandelt.

Bei den Skifahrern wurden verschiedene Schwierigkeiten im Fahren auf einem Ski getestet, meist mit sehr unterschiedlichen Resultaten. So erfreute uns Martin mit der Technik „Marienkäfer auf dem Rücken im Rückwärtsgang“. Andere versuchten ihre Kennenlern-Taktiken vom Vorabend durch kontaktfreudiges Bremsen in der Gruppe zu vertiefen.

Zur Mittagspause wurden die Stühle aus dem Pausenraum in die Sonne gestellt und bei mitgebrachten Lunchpaketen und Getränken am perfekten Goggletan (aka Rudolph Nase oder Panda-Face) gearbeitet. Danach ging es wieder in die Gruppen, um die gelernten Techniken vom Vormittag weiter auszubauen. Dabei wurde auch auf individuelle Fahrweisen eingegangen und diese in den Gruppen besprochen.

Nach dem Skitag versüßten uns die Ausbilder den Abend mit einem Vortrag über das perfekte Aufwärmen und gaben uns detaillierte Einblicke in die Welt der muskulären Vorstimulation.

Kleine witzige Aktionen blieben natürlich nicht aus, so versuchte ein Teilnehmer sich die Schaufel des Liftboys zu stibitzen, um den Rest seiner Gruppe mit etwas Schnee zu erfrischen. Leider war er etwas zu motiviert bei der Sache und die Aktion endete in einem Frontalzusammenstoß mit der Schaufel. Die Schaufel überlebte den Angriff nicht. Arne konnte seinen Skitag jedoch unbeschadet fortsetzen. Solche erzählenswerten Geschichten blieben natürlich nicht ungekürt und so wurden jeden Abend sowohl die Person mit der ungeschicktesten Tat des Tages als auch die mit der edelsten Tat geehrt.

Dann kam der berühmt berüchtigte dritte Skitag. Man ist langsam eingefahren, kommt sicher überall runter und denkt man kann was Neues ausprobieren. Allerdings kommt dann das dunkle Wesen namens Muskelkater und belehrt einen des Besseren. Die Gruppen wurden wieder neu gemischt und es wurde an den vorherigen Tag angeknüpft. So sollte jeder individuell seine Technik verbessern und an seiner Ausführung arbeiten. Besonders ging es an diesem Tag um die drei B’s: …Boobies, Booties and Bitches …ah nee … Beobachten, Bewerten und Beraten. Ebenso um die drei technischen B‘s: Bewegungsbereite Position, Bewegungsfluss und Beinarbeit. Diese sollten nacheinander von jedem Fahrer vor der Gruppe durchgeführt werden. Bewertet wurden die Abfahrten durch die drei Gruppen: Teilnehmer ohne Ausbildung, Teilnehmer mit Ausbildung und den Coach bzw. Ausbilder. Jedes Team sollte den aktuellen Fahrer beobachten, dann seine Technik bewerten und ihm anschließend ein Feedback geben, sowie Übungen zur Verbesserung an die Hand geben. Dadurch konnte man sowohl seine eigene Technik verbessern, als auch seine Beobachtungsgabe schulen.

Nach den Techniktagen auf den jeweiligen Gleisportgeräten, standen am dritten Tag Wahlkurse zur Verfügung und unsere integrierte Telemarkfortbildung begann. Neben einem Skikurs für Boarder konnte man auch Freestyle, Riesenslalom oder eine polysportive Gruppe, bei der es darum geht eine heterogene Gruppe aus Skifahrern und Snowboardern gleichzeitig zu unterrichten, wählen. Eine ideale Möglichkeit für alle Teilnehmer etwas Anderes zu machen, seine Fähigkeiten zu verbessern oder zu erweitern. Neben diesen doch sehr ernsten Themen gab es an diesem Tag ein Nebenprogramm der Extraklasse. Zu allererst bekam jeder Teilnehmer eine individuelle Aufgabe, die er über den Tag durchzuführen hatte, ohne dass die anderen wissen, was diese Aufgabe beinhaltet. So sollten z.B. Snowboarder, die an diesem Tag Ski fuhren allen versichern, dass die aus den Vorzeiten des Skifahrens bekannte Technik des Wedelns die einzig wahre Skifahrtechnik ist. Andere Aufgaben waren den Skilehrer als Laien darzustellen, immer in der dritten Person von sich zu sprechen oder jedes Foto durch Fotobombing zu stören. Neben diesen Aufgaben wurden Gruppen gebildet, die unterschiedliche Aufgaben bekamen, unter anderem ein schniekes und kreatives Gruppenbild zu erstellen. Die Gruppen sollten sich durch einen angepassten Kleidungsstil von den anderen Gruppen abheben und beim Après Ski ihr Lieblingslied aus vollster Kehle trällern. Beim Après Ski sollten die Teams zusätzlich verschiedene Wettkämpfe bestreiten. Unter anderem wurde FlunkyBall gespielt. Durch Dehydrierung und Konzentrationsverluste war das Zielen allerdings nicht so leicht. Das verhinderte jedoch nicht die gute Stimmung bei den einzelnen Matches, die durch eine umgedichtete Version von „Oh, wie ist das schön“ begleitet wurden. Um sich aufzuwärmen gab es im Anschluss ein Käsefondue vom allerfeinsten von einer Sennerei aus der Umgebung. Danach wurde die SNOWSport Team Party eingeläutet, organisiert durch den für sein Lebenswerk des F.E.I.E.R.Ns ausgezeichneten Maciej.

Das Aufstehen fiel am nächsten Tag zwar extra schwer, aber alle wurden mit einem perfekten Skitag belohnt. Es gab wieder Kaiserwetter und die perfektesten Pistenverhältnisse, die man sich vorstellen kann. Nichts los und immer griffigen Schnee unter der Kante. An diesem Tag ging es in den Kursen hauptsächlich darum zu fahren, Spaß zu haben und das gelernte der letzten Tage nochmal anzuwenden. Unter Anleitung der Übungsleiter und einzelnen persönlichen Verbesserungsvorschlägen wurde dann der Vormittag rumgebracht und alle hatten eine Menge Spaß. Um 14:00 Uhr ging es dann vom Berg runter, alles wurde gepackt, verladen und für die Abfahrt vorbereitet. Vorbei war die Fortbildung. Schweren Herzens ging es wieder nach Aachen mit jeder Menge neuem theoretischen und praktischen Wissen und Techniken im Repertoire. Für viele ist die Wartezeit bis zum nächsten Mal Berge zum Glück nicht so lang, da Anfang Januar die Ausbildung beginnt und auch die ersten Extratouren bald starten.

Großes Merci an alle Organisatoren und Leute die diese großartige Fahrt mitgestaltet haben und et war ne jeile Tour, au huur!